Route 1  ⁄  Spur 6

Danubiusbrunnen
1. Bezirk, Albertinaplatz 


Danubiusbrunnen

Danubiusbrunnen

Entlang der Rampe des Museums Albertina stehen zu beiden Seiten des großen Danubiusbrunnens jeweils zwei Statuen. Früher gab es noch zwei weitere Skulpturen. Da dieses Gebäude im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde und man beim Wiederaufbau einen neuen Eingang anlegte – dort, wo heute die Rolltreppe hinaufführt –, findest du diese Statuen jetzt im Burggarten, gleich nebenan. Am alten Standort war nun kein angemessener Platz mehr vorhanden.

Alle diese Skulpturen sind Darstellungen von Flüssen, die in die Donau münden. Darum sitzt in der Mitte der streng blickende Flussgott Danubius. Ihm wurde der lateinische Namen der Donau gegeben. Er erscheint hier als Vater vieler Gewässer Europas. Neben ihm befindet sich, ebenfalls als Person abgebildet, Vindobona. So hieß die Siedlung, aus der später Wien werden sollte, in römischer Zeit.

Der Brunnen, 1869 fertiggestellt, war ein Geschenk von Kaiser Franz Josef an die Stadt Wien. Auch Vindobona ist eine Allegorie, also eine sinnbildliche Darstellung. Das erkennt man unter anderem an den typischen Merkmalen, die solchen Personifikationen von Städten gerne gegeben werden. Sie trägt ein Diadem aus Ziegelsteinen, die sogenannte Mauerkrone, und symbolische Stadtschlüssel. Auf den Wappen vieler Städte finden sich solche Zeichen. Die waren fast überall verständlich und hatten die gleiche Bedeutung. So etwas wussten auch Menschen, die nicht lesen und schreiben oder fremde Sprachen verstehen konnten.

Die Donau ist mit über 2.800 Kilometern der längste Strom Europas in West-Ost-Richtung und mündet ins Schwarze Meer. Nur die Wolga in Russland ist mit rund 3.500 Kilometern länger, fließt zuerst nach Osten, dann nach Süden ins Kaspische Meer. Die Donau entspringt im Schwarzwald in Deutschland, durchquert das nördliche Alpenvorland in Deutschland und Österreich. Sie bildet eine weite Strecke die Grenze zwischen der Slowakei und Ungarn. Bei Visegrád in Ungarn macht das Flussbett einen scharfen Knick nach Süden – das sogenannte Donauknie. Durch Kroatien und Serbien fließt sie weiter, wird wieder zum Grenzfluss zwischen Serbien, Rumänien, Bulgarien, und durchquert auf einer Strecke von nur wenigen hundert Metern auch noch Moldawien. Das beeindruckende Donaudelta am Schwarzen Meer teilen sich dann Rumänien und die Ukraine.

Danubiusbrunnen

Danubiusbrunnen

Der bedeutende Strom verbindet viele Staaten miteinander, durch einige Zuflüsse haben auch noch Italien, die Schweiz, Tschechien und Slowenien Anteil an diesem Flusssystem. Vier europäische Hauptstädte liegen an den Ufern der Donau, nämlich Wien, Belgrad, Budapest und Bratislava. Über den Rhein-Main-Donaukanal kann man seit 1992 sogar per Schiff von der Nordsee bis ins Schwarze Meer gelangen.

Die größten Zubringerflüsse sind am Albertinabrunnen als größere Personen, dem deutschsprachigen Flussnamen entsprechend männlich oder weiblich, dargestellt. Die Save entspringt in den Julischen Alpen Sloweniens, die Theiß aus dem Zusammenfluss der Schwarzen und der Weißen Theiß in den Karpaten der Ukraine. Der Inn beginnt im Engadin, in der Schweiz, die Drau im Pustertal in Italien – beide Figuren befinden sich heute im Burggarten.

Die kleineren Flüsse werden durch Kinderfiguren repräsentiert. Die Mur kommt aus dem Salzburger Lungau, die Salzach aus den Kitzbühler Alpen, die March aus dem Glatzer Schneegebirge nicht weit von Polen entfernt. Die Raab fließt der Donau aus den Passailer Alpen der Steiermark zu, die Enns aus den Radstädter Tauern in Salzburg und die Traun speist mehrere Seen, bevor sie bei Linz in die Donau mündet. Auch bei diesen Statuen findest du Tiere oder Gegenstände, die auf Besonderheiten der Gegend aufmerksam machen wollen, durch die diese Flüsse strömen.


Albertina: www.albertina.at


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